15. April 2010: Mode – sozial? ökologisch? fair!

Sozial-ökologische Mode auf dem Prüfstand

Alternative Modeanbieter sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Sie sind eine Reaktion auf die weit verbreiteten unhaltbaren Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörungen in globalen textilen Ketten multinationaler Unternehmen.
Doch wie verhält es sich mit dem alternativen Anspruch, den die neuen Modeanbieter generell vertreten, wenn er im Einzelnen unter die Lupe genommen wird? Wie schneiden die einzelnen sozialen und ökologischen Elemente im Kern ihrer Programmatik ab, wenn sie mit den mittlerweile etablierten internationalen Standards verglichen werden?

Das SÜDWIND-Institut hat hierzu eine umfangreiche Studie verfasst. Dabei wurden Anfang 2009 204 Unternehmen angeschrieben. 23 davon haben geantwortet.
Insgesamt ist das Ergebnis, dass die beteiligten Unternehmen zwar wichtige Schritte in die richtige Richtung unternommen haben, jedoch eine Kluft zwischen den Ansprüchen und der Realität herrscht. Nur ein Unternehmen konnte alle Kriterien erfüllen.
Der Fokus aller Unternehmen liegt auf Zertifizierungen. Zum Nachweis ökologischer Standards sind diese weitestgehend anerkannt, für Sozialstandards hingegen nicht.

Zwar stellt die Studie die Bedeutung des kritischen Konsums zu einer Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards durch die Unternehmen selbst heraus. Jedoch zeigt sie auch, dass eine freiwillige Selbstregulierung nicht ausreicht. Ohne bindende gesetzliche Regeln können Sozial- und Umweltstandards in globalen Lieferketten nicht wirksam umgesetzt werden.
Pax Christi Friedensarbeiter Dominic Kloos, Autor dieser SÜDWIND-Studie, stellte die Ergebnisse der Studie vor und diskutierte anschließend mit den 25 Interessierten ausgiebig über mögliche Kaufalternativen und konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Im Gegensatz zu seiner Studie berichtete er auch über die Aktivitäten im Bekleidungssektor von Seiten des klassischen Fairen Handels. So empfahl er als Kaufalternative beispielsweise die Bekleidungsprodukte von El Puente. An deren Transparenz könnten andere Anbieter sich ein Beispiel nehmen.

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