13. September 2012: Mit Essen spielt man nicht! (mit Markus Henn (WEED))

Die Kampagne „Mit Essen spielt man nicht!“ von WEED, Oxfam, Misereor, attac und anderen Organisationen richtet sich gegen die zunehmende Börsenspekulation mit Nahrungsmitteln.

Der Handel an Rohstoffterminbörsen spielt global, aber auch in Europa eine immer wichtigere Rolle. Diese Börsen, die eigentlich Preisrisiken für Produzenten und Verarbeiter reduzieren sollen, werden heute zunehmend auch durch Finanzinvestoren genutzt. Mit ihren Wetten, meist auf steigende Preise, verursachen diese Investoren Preisspitzen und -​schwankungen mit. In den Jahren 2007/08 und 2010/11 führte dies zu einem deutlichen Anstieg von Hunger und Armut in der Welt und bereitete auch dem fairen Handel Schwierigkeiten. In der EU und den USA laufen derzeit Gesetzesreformen, die der Spekulation Grenzen setzen könnten – ob es tatsächlich geschieht, ist noch nicht klar.

Markus Henn ist Politikwissenschaftler und Referent für Finanzmärkte bei der 1990 gegründeten Berliner Nichtregierungsorganisation WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung. Er arbeitet dort zu globalen, europäischen und nationalen Finanzreformen und ihrer Wirkung auf Entwicklungsländer, mit einem besonderen Fokus auf der Spekulation mit Rohstoffen (www.weed-online.org).

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